SOCIAL MEDIA - SMART PHONES & CO - Fluch oder Segen?!

Fragen Sie sich mit zunehmenden Alter auch immer wieder wohin Ihre Zeit verschwindet? Wem geht es nicht so? Früher ging alles schneller, man hat wesentlich rascher seine Aufgaben erledigt, war schneller fertig für und mit der Arbeit und schneller beim Kochen. Der Tag hatte 24 Stunden, die viel länger zu sein schienen. Für den Haushalt braucht man auf einmal viel länger, der Weg in zu Terminen zieht sich in die Länge und man verspätet sich. Und, und, und…



Ich habe mich sehr intensiv mit dieser Thematik auseinander gesetzt nachdem meine Kunden und Freunde immer wieder jammernd vor meiner Tür standen und mir beteuerten, dass sie doch keine Zeit hatten und der Tag in Windeseile verflöge. Danach habe ich meine Mitmenschen, Fremde und mich selbst genau beobachtet. Habe mit Ihnen darüber gesprochen, vor allem mit meiner Frau und meinem Schwiegervater. Immer wieder haben wir versucht die Ausrede des Älterwerden parat, doch dann habe ich mich dazu entschlossen zu analysieren woran es wirklich liegt bzw. liegen könnte.

Eine der Hauptfragen die ich mir dabei allzu jeden Tag wieder stellte als ich im Auto saß war: Was macht der Erste im Stau? Meistens habe ich festgestellt, dass das heißbeliebte Mobiltelefon mit unter anderem einer der Hauptgründe ist, dass die Autofahrer unkonzentriert sind und lieber auf ihr Handy als auf den Verkehr achten.


Das Mobiltelefon, heute ja eigentlich hauptsächlich das Smartphone ist ein Segen und ein Fluch zugleich. Durch die ausgeklügelte Technik und Software erlaubt uns dieses Gerät unser Auto vorzuheizen an kalten Tagen, die Kaffeemaschine in Gang zu setzen noch bevor wir aufstehen, die Lichter und Alarmanlagen zu aktivieren, es ist auch als Babyphone einsetzbar und nahezu jede Büroarbeit lässt sich einfach und bequem immer und von überall erledigen. Es ermöglicht uns täglich mit Freunden und Familie rund um den Erdball zu kommunizieren, egal ob in Form von Telefonie, Videotelefonie oder via SocialMedia wie Facebook, Instagram, Twitter und Co.


Berufliche Netzwerke lassen sich über das Smartphone in Verbindung mit dem Internet einfach und rasch aufbauen. Kontinent übergreifend schliessen wir Geschäftsbeziehungen zu Businesspartnern ohne viel Zeit zu verlieren.


Nun ist es ja so, dass wir das kleine Zauberteil nicht nur sinnvoll und effektiv nutzen, nein, wir verbringen auch zahlreiche freie Minuten und Stunden damit uns voyeuristisch zu betätigen. Wir folgen Youtube Kanälen und lustigen, romantischen, herzensberührenden oder schockierenden Posts und geben unseren Senf dazu.


Selbst ein primitives Video einer Überwachungskamera lässt zahlreiche Menschen kommentieren und folgen. Ich rede hier nicht von einem Video über einen Überfall oder ähnlichem.


Eine Aufnahme die den Garten bei Nacht zeigt. Ein weisser Streifen fliegt durch das Bild, beginnend in der Mitte und endet auch da. Was denken Sie, wieviele Kommentare bekam es? 10? 20? Nein, über 60 Kommentare innerhalb einer Stunde. In dieser Stunde hätten die Menschen, die ihre Kommentare dazu abgegeben haben andere Dinge erledigen können, die vielleicht, oder sogar mit Sicherheit, wesentlich wichtiger gewesen wären.

Aber nein, die Beteiligten versuchten sich mit intelligenten Antworten zu übertrumpfen. Einige haben ihre Partner neben sich sitzen gehabt, das Gespräch nach einem langen Arbeitstag, an dem man von dem anderen so gut wie nichts hat, unterbrochen. Für 60 Minuten. Andere wiederum haben die Hausarbeit unterbrochen, die Arbeit zur Seite gelegt und viele andere Beschäftigungen die in diesem Moment Sinn gemacht hätten einfach unterbrochen und danach nicht mehr zu Ende gebracht. Das Amüsante an der Sache war vor allem, dass die Teilnehmer der Diskussion alle über 30 waren. Die Gruppe von Erwachsenen, die beginnen zu erkennen, dass die Wochen immer schneller verfliegen und sie für nichts Zeit haben.


Prinzipiell ist es so, dass sich die eingefleischten SocialMedia Anhänger in zweierlei Gruppen unterteilen lassen: Voyeure (diejenigen die zusehen wollen, umgangssprachlich auch Spanner genannt) und Exhibitionisten (diejenigen die sich gerne darstellen und in den Mittelpunkt stellen möchten). Ein gesundes Mittel gibt es kaum. Die eine Gruppe kann ohne die andere nicht überleben.


Weiters unterteilen wir dann in berufliche Exhibitionisten und Voyeure und private.

Diejenigen, die beruflich in dieser digitalen Welt zeigen und schauen bzw. suchen, versuchen ihr bestes um ihr Geschäft voran zu bringen. Also macht SocialMedia von diesem Standpunkt betrachtet Sinn.


Die privaten Nutzer suchen Wertschätzung und Anerkennung. Auf der anderen Seite, nämlich der voyeuristischen, wird gespannt was das Zeug hält. Jetzt frage ich Sie und bitte um Ihre Gedanken zu diesem Thema: Was habe ich davon anderen zu folgen und danach über sie zu reden, zu tratschen oder gar neidisch oder ähnliches zu werden.

Meiner Meinung nach geht hier täglich soviel Energie verloren, das es wirklich schade um jede Minute ist.


Dass es durch die Globalisierung und die Verbreitung der Familien auf verschiedenen Kontinenten einen riesigen Vorteil birgt sein Leben öffentlich darstellen zu können steht ausser Frage.


Hier ein kleines Fallbeispiel:

Mahtab Keramati ist iranische Schauspielerin, dort so berühmt wie in unseren Kreisen Angelina Jolie, und ihre Familie lebt im Iran, in den USA, in England und in Österreich. Wenn Sie nun ein Kind auf die Welt bringt ist es natürlich wesentlich einfacher einen Post auf Facebook zu stellen, mit einem Foto des Babies versteht sich. Hunderte Freunde, die Familie, Bewunderer aber auch Neider können es sehen und kommentieren.

Jetzt frage ich Sie, wo bleibt das Persönliche? Wo bleibt die Privatsphäre? Wer fragt das neugeborene Kind ob es das möchte. Das Bild bleibt im Netz. Für jeden zugänglich.

Auf jedenfall hat sie sich Zeit gespart, da die Veröffentlichung gleich tausende von Menschen erreicht. Aber will man wirklich all diese Menschen erreichen? Wenn nicht, dann hat man jede Menge damit zu tun gewisse Personen zu blockieren, die Sicherheitseinstellungen und Privatsphäreeinstellungen müssen aktualisiert werden und so weiter.


Wie alle andere Dinge auch auf dieser Welt hat es sein Gutes aber auch Schlechtes.

Während erfolgreiche Menschen ihr Smartphone und die damit verbundenen SocialMedia Apps sinnvoll und beruflich nutzen verschwenden private Nutzer etliche Stunden damit in ihre Handies zu starren. Natürlich gibt es auch Beiträge mit hilfreichen Tipps und Wissenstransfer, diese dürfen wir nicht vernachlässigen. Die Problematik bzw, Herausforderung besteht eher darin uns ein gesundes Limit zu setzen. Lassen Sie ihr Handy einmal analysieren wieviele Stunden Sie täglich aktiv auf ihrem Handy tätig sind.


Sie werden staunen.


Bei mir waren es rund 4 Stunden täglich, 24 Stunden in der Woche. Das heisst, dass ich einen Tag nur mit meinem Handy verbringe. Ein ganzer Tag, den ich meiner Familie schenken könnte, meinen Freunden und meinen Verpflichtungen. Und hier kommen wir wieder zu dem eigentlichen Thema zurück: Zeitfresser.

Fast alle Smartphones besitzen eine App mit der Sie Ihre Benutzungsdauer feststellen können und das sogar nach Apps geordnet. Schauen Sie nach. Wie sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Haben Sie begonnen nachzudenken? Planen Sie Ihren Tag neu. Legen Sie Ihr Smartphone (sofern Sie es nicht für die Arbeit benötigen) zur Seite und sehen Sie nur mehr 3 mal täglich darauf. In diesen Zeiten können Sie posten, kommentieren, schauen, sich fortbilden und verlieren eindeutig weniger Zeit. Legen Sie genaue Zeitspannen fest.

Ein Beispiel wäre:


Morgens 30 Minuten, Mittags 30 Minuten und Abends ebenfalls. Kommunizieren Sie das vorab Ihrem Umfeld, damit sich die geliebten Mitmenschen nicht wundern warum Sie sich auf einmal rar machen, in ihren Augen vielleicht sogar Desinteresse zeigen.


Ich selbst bin eine von denen die anderen Menschen gerne Botschaften mit auf den Weg gibt, fleissig postet und mit dem Smartphone arbeitet und ich bin froh, dass mir die Menschen folgen, liken, posten und meine Beiträge teilen.


Wie alles im Leben sollten wir darauf achten mit Maß und Ziel unsere kleinen Helferleins einzusetzen und uns genügend Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben nehmen.

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